Die Dísir
Die dísir waren niedere weibliche Gottheiten in der nordischen Religion. Es handelte sich um weibliche Fruchtbarkeitswesen oder Geister mit der Macht, Haus und Ernten zu schützen. Die dísir konnten auch Frauen bei der Geburt beistehen.
Das Wort dísir bedeutet “göttliche Frauen” oder “Göttinnen”, jedoch standen sie rangmäßig unter den Asyniur, der weiblichen Entsprechung der Asen. Die Göttin Freyja war als Vanadis bekannt, also die “dís der Vanir”.
Im isländischen Gedicht Sigrdrifumal (“Lied der Sigrdrifa”, das zur Poetischen Edda gehört) kannte die Walküre Sigrdrifa (anderswo auch als Brynhild bekannt) einen Spruch namens Hilfsrunen:
Hilfsrunen musst du kennen, wenn du helfen willst
und Frauen von Kindern befreien;
sie sollen in die Handflächen geritzt und auf die Gelenke gelegt werden,
und dann die dísir um Hilfe gebeten werden.
Sigrdrifumal 9, aus der Poetischen Edda
übersetzt von Carolyne Larrington
Jährliche Feste zu Ehren der dísir wurden entweder um das Ende des Herbstes oder den Beginn des Winters abgehalten und als disablót (“Opfer der Dísir”) oder Disfest (“Fest der Dísir”) bezeichnet.
Bei den weiblichen Gottheiten, die im ersten Spruch der Merseburger Zaubersprüche als idisi erwähnt werden, handelte es sich wahrscheinlich um die dísir.
Verwandte Informationen
Name
Dísir, Disir – "Göttinnen" oder "göttliche Frauen".
Idisi?