Brunhild
Brunhild (Brynhild) war die Kriegerkönigin von Island. Brunhild lebte in der Festung namens Isenstein.
Brunhild war eine Königin von übermenschlicher Stärke. Ihre Stärke rührte von ihrer Jungfräulichkeit her. Würde sie ihre Jungfräulichkeit verlieren, so würde sie auch ihre übermenschliche Stärke verlieren. Ihre gewaltige Kraft überraschte selbst Siegfried. Sie war in der Lage, einen großen Felsblock zu heben und zu schleudern, den zwölf Männer kaum hätten heben können.
Anders als in der Völsunga Saga war Siegfried nicht in Brunhild verliebt, noch versprach er, die Amazonenkönigin zu heiraten. Siegfried war nur in Kriemhild, Gunthers Schwester, verliebt.
Ihre Schönheit hatte ihr viele Freier gewonnen, doch sie wollte keinen Ehemann, also stellte sie jedem Freier einen Kraftwettkampf. Jeder Mann, der den Wettkampf verlor, sollte sein Leben verlieren. So war die Situation, als Gunther seinen Anspruch geltend machte.
Als jedoch Siegfried und sein Gefährte in ihrem Königreich eintrafen, glaubte sie, dass Siegfried ihr Freier sein würde. Sie schien daran interessiert zu sein, Siegfrieds Frau zu werden, und war enttäuscht, als er nicht als ihr Freier kam.
Siegfried und Gunther täuschten sie in der Geschichte mehrmals. Ihr wurde gesagt, dass Siegfried Gunthers Vasall sei. Es war Siegfried, der sie in einem Wettkampf für Gunther besiegte. Siegfried besaß einen Unsichtbarkeitsumhang, um Brunhild zu besiegen. Brunhild blieb nichts anderes übrig, als Gunther zu heiraten. Brunhild musste ihr Königreich aufgeben und zog nach Worms, Gunthers Residenz in Burgund.
Brunhild erlaubte Gunther nicht, ihre Jungfräulichkeit zu nehmen, also fesselte sie ihren Mann mit ihrem Gürtel und hängte Gunther an einen Haken an der Wand. Brunhild ließ ihn erst bei Morgengrauen los. Da bat Gunther seinen Schwager um Hilfe. Gunther tauschte im dunklen Schlafzimmer den Platz mit Siegfried. Siegfried überwand sie erneut mit seiner eigenen Kraft, um Gunther zu ermöglichen, ihre Jungfräulichkeit zu nehmen. Brunhild verlor ihre übermenschliche Stärke, als Gunther sie entjungferte. Als Siegfried sie überwunden hatte, stahl Siegfried törichterweise ihren Ring und ihren Gürtel und gab sie Kriemhild.
(Zu beachten ist, dass in der Thiðrekssaga nach drei demütigenden Nächten am Wandhaken Gunnar (Gunther) Sigurd (Siegfried) um Hilfe bat. Sigurd überwältigte Brynhild. Es war tatsächlich Sigurd, der Brynild (Brunhild) für Gunnar (Gunther) entjungferte, damit sie ihre übermenschliche Stärke verlieren würde.)
Nachdem Siegfried mit Kriemhild in die Niederlande zurückgekehrt war, war Brunhild neugierig zu erfahren, warum ihr Mann seiner Schwester erlaubt hatte, Siegfried zu heiraten. Ohne die Täuschung zu kennen, glaubte Brunhild, dass Kriemhild unter ihrem Stand heiratete und dass ihre Schwägerin einen Vasallen statt eines Königs geheiratet hatte. Brunhild wurde zunehmend misstrauisch gegenüber Kriemhilds Ehe.
Zehn Jahre nach ihrer Hochzeit überredete sie ihren Mann, Siegfried und Kriemhild zu einem Fest einzuladen, da sie immer noch neugierig auf Siegfrieds wahren Stand war.
Konflikte entstanden zwischen den beiden Königinnen. Brunhild war überrascht, dass Kriemhild sie als Gleichgestellte behandelte und nicht als niedriger im Stand. Bald gerieten sie in einen Streit darüber, wer von beiden den Vorrang hatte.
Bald enthüllte Kriemhild Brunhild die Wahrheit über die Täuschungen. Dass Kriemhild nicht nur Brunhilds Gleichgestellte war, sondern auch ihr Ehemann (Siegfried) stand ihr Bruder Gunther im Rang gleich oder sogar höher. Um Brunhild weiter zu demütigen, erzählte Kriemhild der anderen Königin, dass es Siegfried war, der sie im Wettkampf und später bei Brunhilds Jungfrauschaftsverlust besiegt hatte. Kriemhild bewies ihre Worte, indem sie den Ring und den Gürtel zeigte, die Siegfried Brunhild abgenommen hatte. Kriemhild glaubte, dass ihr Mann auch Brunhilds Jungfräulichkeit genommen haben müsse (was nicht stimmte).
(In der Völsunga Saga plante Brynhild Sigurds Tod, weil nicht Gunnar durch den Feuerring ritt, sondern Sigurd, der Mann, den sie liebte, der als Gunnar verkleidet durch die Flammen ritt. Es war Gudrun, die Brynhild die Täuschung von Sigurd und Gunnar enthüllte. Gudrun bewies dies Brynhild, indem sie den verfluchten Ring (Andvaranaut) zeigte, den Brynhild einst getragen hatte. Dies hatte nichts mit Brunhilds Jungfräulichkeit im Nibelungenlied zu tun.)
Brunhild war erzürnt über die öffentliche Demütigung durch Kriemhild und die Täuschung, die ihr Mann und Siegfried an ihr verübt hatten. Sie würde erst Ruhe finden, wenn sie Kriemhild und Siegfried bestraft hatte.
Brunhild gewann Hagen auf ihre Seite, der versprach, Siegfried zu ermorden. Hagen und Gunther planten Siegfrieds Tod, wobei Hagen den Todesstoß in diesem Wald versetzte.
Mit dem Tod und dem Begräbnis Siegfrieds spielte Brunhild im Nibelungenlied keine bedeutende Rolle mehr. Sie lebte noch und war mit Gunther verheiratet, doch die Geschichte konzentrierte sich nun auf Kriemhild und Hagen. Brunhild beging keinen Selbstmord wie Brynhild bei Sigurds Begräbnis in der Völsunga Saga.
Verwandte Informationen
Name
Brunhild (deutsch).
Brynhild (nordisch).
Verwandte Artikel
Siehe auch Brynhild.
Siegfried, Kriemhild, Gunther, Gernot, Giselher, Hagen.
Nibelungenlied, Völsunga Saga.