Hildebrand
Hildebrand oder Hildibrand war der Lehrmeister und Waffenmeister Dietrichs von Verona. Hildebrand war der Sohn Reginbalds, welcher wiederum der Sohn des Herzogs von Fenidi (Venedig) war.
Hildebrand empfing im Alter von zwölf Jahren den Ritterschlag von seinem Vater. Mit dreißig Jahren verließ er seine Heimat, um König Thetmar in Bern zu dienen. Dort begegnete er Dietrich (Thidrek), der damals erst fünf Jahre alt war. Von da an wurden sie die engsten Freunde, und es war Hildebrand, der Dietrich in der Kriegs- und Kampfkunst unterwies.
Als Vasall Thidreks führte er einen roten Schild mit dem Wappen einer weißen Burg mit goldenen Türmen. Die Burg stellte jene von Bern dar. Nach dem Tode Hognis führte er später Sigurds Schwert, Gram.
Hildebrand begleitete Dietrich ins Exil an den Hof König Etzels, als Ermanarich Bern eroberte. Hildebrand hatte einen hitzköpfigen Neffen namens Wolfhart, der ein Vasall Dietrichs war.
In der Schlacht zwischen Etzels Kriegern und den Burgunden wollte Dietrich neutral bleiben, da Hagen sein alter Freund war (aus der Zeit, als Hagen als Geisel Etzels diente).
Dietrich erfuhr, dass Rüdiger in die Schlacht gegen die Burgunden eingetreten war und dass sein Freund im Kampf gefallen war. Dietrich sandte Hildebrand und seine Männer zu den burgundischen Königen, um die Nachricht friedlich zu überprüfen.
Als Hildebrand von Hagen erfuhr, dass Rüdiger tatsächlich tot war, wollte er Rüdigers Leichnam zur ehrenvollen Bestattung bergen, doch Volker provozierte Dietrichs Männer, sich in den Konflikt einzumischen. Der erneute Kampf dezimierte die Nibelungen (Burgunden) und die Amelungen (Dietrichs Krieger). Wolfhart fiel nach dem Tod Giselhers, während Hildebrand Volker erschlug. Nur Gunther und Hagen waren unter den Burgunden am Leben, während Hildebrand der einzige Überlebende der Amelungen war.
Hagen verwundete Hildebrand, der mit der schrecklichen Nachricht zu Dietrich zurückfloh. Dietrich hielt Hildebrand vor, gegen die Burgunden gekämpft zu haben, da er nicht gegen seine burgundischen Freunde kämpfen wollte. Doch Dietrich war erschüttert, dass alle seine Krieger bis auf Hildebrand gefallen waren.
Dietrich kämpfte im Alleingang und nahm Gunther und Hagen gefangen; er ließ sie als Gefangene an Kriemhild binden. Dietrich wollte sie freilassen und nach Burgund geleiten, doch Kriemhild brach ihr Wort. Kriemhild ließ ihren Bruder Gunther und Hagen töten.
Ihr Tod betrübte sowohl Etzel als auch Dietrich. Mit Etzels Zustimmung hieb Hildebrand sie mit seinem Schwert nieder.
Gemäß der Thidrekssaga starb Hildebrand an einer Krankheit.
Hildebrand war der Gegenstand einer weiteren Erzählung namens Hildebrandslied (“Lied von Hildebrand”), in der er mit seinem Sohn Hadubrand in Konflikt geriet. Leider ist das Ende des Gedichts verloren. Man nimmt an, dass Hildebrand seinen eigenen Sohn im Zweikampf erschlug.
Es gibt zudem ein ähnliches Gedicht mit dem Titel Jüngres Hildebrandslied (ca. 13. Jahrhundert), in dem Vater und Sohn einander erkannten und sich versöhnten. Hildebrand kehrte schließlich nach zweiunddreißig Jahren im Exil mit Dietrich zu seiner Frau heim.
In dem späteren deutschen Gedicht jedoch, dem Jüngeren Hildebrandlied aus dem 15. Jahrhundert, endete die Erzählung mit der Versöhnung zwischen Hildebrand und seinem Sohn Hadubrand. Eine leicht abweichende Fassung findet sich in der Thidrekssaga.
Verwandte Informationen
Name
Hildebrand, Hildebrandr, Hildibrand, Hiltebrant.
Quellen
Nibelungenlied wurde im frühen 13. Jahrhundert verfasst.
Hildebrandslied wurde im 9. Jahrhundert verfasst.
Jüngeres Hildebrandlied wurde im 15. Jahrhundert verfasst.