Rüdiger

Norse

Rüdiger (Rudiger) war ein Markgraf von Pöchlarn. Rüdiger heiratete Gotelind, und sie hatten eine Tochter, die im Epos namentlich nicht genannt wird. Gotelind war eine Cousine Dietrichs. In der Thiðrekssaga wird er als Roðingeir von Bakalar bezeichnet.

Rüdiger war ein Vasall Etzels. Er lebte mit seiner Familie im Exil in Pöchlarn. Rüdiger war zudem ein Freund der burgundischen Königsfamilie.

Als Etzel nach dem Tod seiner Frau erneut heiraten wollte, wurde Rüdiger als Gesandter nach Burgund entsandt, um um Kriemhilds Hand anzuhalten. Sie wurde wegen ihrer großen Schönheit auserwählt.

Als Rüdiger Gunther und seine Brüder nach Pöchlarn brachte, bat Giselher um die Hand seiner Tochter. Rüdiger stimmte freudig zu. Rüdiger überreichte jedem seiner vornehmen Gäste ein Geschenk. Unter anderem schenkte er Gernot ein Schwert. Rüdiger beschloss, sich den burgundischen Königen anzuschließen und sie nach Ungarn zu geleiten.

Als die Kampfhandlungen zwischen den Burgunden und den Hunnen ausbrachen, weigerten sich Rüdiger wie auch Dietrich, für eine der beiden Seiten zu kämpfen. Rüdiger bevorzugte es, neutral zu bleiben. Am zweiten Kampftag jedoch forderte Kriemhild, dass Rüdiger sein Versprechen ihr gegenüber einlöse, jedes ihr zugefügte Unrecht zu rächen. Auch Etzel flehte Rüdiger an, da der Markgraf Etzel Lehnstreue schuldete.

Rüdiger geriet in Verzweiflung. Nicht nur war Giselher sein neuer Schwiegersohn, sondern er hatte seinen Gästen Freundschaft und Geschenke erwiesen. Da Rüdiger sie auch nach Ungarn geleitet hatte, oblag ihm die Pflicht, die burgundischen Könige zu beschützen. Dennoch blieb Rüdiger keine andere Wahl, als in den Konflikt gegen die Burgunden einzutreten.

Als die Burgunden auf Rüdiger und seine Männer trafen, erkannten sie, dass Rüdiger in dieser Sache keine Wahl hatte. Hagen und Giselher weigerten sich, Rüdiger im Kampf entgegenzutreten. Giselher, weil der junge König mit Rüdigers Tochter verheiratet war. Und Hagen, weil Rüdiger ihm freiwillig einen neuen Schild geschenkt hatte. Im Kampf zwischen den Burgunden und Etzels Vasallen töteten Rüdiger und Gernot (Giselhers Bruder) einander. Rüdiger fand den Tod durch das Schwert, das er Gernot einst in Pöchlarn geschenkt hatte.

Rüdigers Tod zog Dietrichs Männer (die Amelungen) in den Konflikt hinein. Dies führte auch zu Gunthers und Hagens Gefangennahme und Tod durch Kriemhilds Hand.

Verwandte Informationen

Name

Rudiger, Rüdiger, Rodingeir, Roðingeir, Ruedeger.

Erstellt:1. Januar 2001

Geändert:14. Mai 2024