Themis
Titanin der Gerechtigkeit. Themis war die Tochter von Uranos und Gaia. Wie ihre Mutter war sie als Erdgöttin bekannt. Später wurde sie als Göttin der Ordnung und Gerechtigkeit verehrt.
Themis war die zweite Gemahlin des Zeus. Themis wurde die Mutter vieler Kinder: der Jahreszeiten (Horen) — Eunomia (“Ordnung”), Dike (“Gerechtigkeit”) und Eirene (“Frieden”) — und der Schicksalsgöttinnen (Moiren).
Nach Aischylos heiratete Themis ihren Bruder Iapetos (bevor sie die Gemahlin des Zeus wurde) und wurde die Mutter des Titanen Prometheus.
Sie war auch mit der Gabe der Prophezeiung oder der Orakel begabt, wie ihre Mutter. Delphi gehörte ursprünglich Gaia, bevor Themis es von ihrer Mutter empfing. Später trat sie das Orakel von Delphi an Apollo ab.

Themis
Marmorstatue aus dem Tempel der
Nemesis in Rhamnous, 3. Jahrhundert v. Chr.
Nationales Archäologisches Museum, Athen
Gerechtigkeit fand sich nicht nur auf dem Olymp und auf Erden, denn sie wurde auch in der Unterwelt geübt. Ihr Urteil war endgültig, ob der Schatten auf die Elysischen Gefilde oder in den Tartaros gelangen sollte. Themis wurde als thronende Göttin dargestellt, die eine Binde über den Augen trug; die Binde symbolisierte ihre Unparteilichkeit im Urteil und die Festsetzung von Belohnung oder Strafe für die Toten. Die Erinyen oder Furien führten die Schuldigen in den Tartaros.
Themis hatte drei Diener, die auch als Richter über die Seelen der Toten in der Unterwelt fungierten. Es waren Söhne des Zeus — einer von ihnen war Aiakos, König von Aigina und Sohn der Aigina, die anderen beiden waren Rhadamanthys und Minos, deren Mutter Europa war. Die drei Richter wurden zu niederen Göttern der Unterwelt.
Weitere Einzelheiten über ihr Leben finden sich auf der Seite der Muttergöttinnen.
Verwandte Informationen
Name
Themis, Θέμις – "Ordnung".
Verwandte Artikel
Siehe auch Gaia und ihre Töchter in Muttergöttinnen.
Zeus, Jahreszeiten (Horen), Schicksalsgöttinnen (Moiren), Prometheus, Uranos, Gaia, Aiakos, Aigina, Minos, Europa.