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Die Schlacht im Celidon-Wald

Von Caleb Howells

Die Schlacht im Celidon-Wald ist eine wichtige Schlacht in den Artussagen. Sie war eine große Auseinandersetzung zwischen König Artus und den Sachsen. Diese Schlacht erscheint in der frühesten Beschreibung von Artus’ Laufbahn und nimmt auch in der späteren artusianischen Überlieferung einen bemerkenswerten Platz ein. Bemerkenswert ist sie zudem, weil sie unter allen Schlachtorten des Artus der am wenigsten umstrittene ist. In diesem Artikel analysieren wir, was die Quellen über dieses Ereignis verraten und was sich daraus im Verhältnis zu anderen artusianischen Ereignissen schließen lässt.

Kaledonischer Wald bei Boat of Garten
Kaledonischer Wald bei Boat of Garten, David Parker, CC BY 3.0, über Wikimedia Commons

Was war die Schlacht im Celidon-Wald?

Die Schlacht im Celidon-Wald war eine von Artus’ vielen Schlachten gegen die Angelsachsen, die seit etwa 430 nach und nach immer größere Teile Britanniens erobert hatten. Sie war Teil seines Feldzugs, ihr Vorrücken aufzuhalten oder sie sogar zurückzudrängen. Es war die siebte von zwölf Schlachten, die angeblich gegen die Invasoren geschlagen wurden. Sie folgte auf die Schlacht am Fluss Bassas, ging aber der Schlacht am Fort Guinnion voraus.

Diese Schlacht ist aus mehreren Gründen bedeutsam. Erstens tritt sie in der späteren artusianischen Überlieferung auf, etwa in Geoffreys von Monmouth Historia Regum Britanniae (um 1137), wo ihr ein gewisses Gewicht beigemessen wird. Zudem könnte sie der Gegenstand eines walisischen Gedichts namens Cad Goddeu sein, obwohl dies unsicher ist. Jedenfalls gehört sie zweifellos zu den bekannteren der zwölf Schlachten des Artus.

Darüber hinaus ist diese Schlacht auch deshalb bemerkenswert, weil ihr geographischer Ort offenbar gesichert scheint. Während über die Lage der Stätten der anderen elf Schlachten heftig gestritten wird, sind sich die meisten Forscher über die Lage dieser einen einig.

Seite der Historia Brittonum in British Library Harley MS 3859
Seite der Historia Brittonum in British Library Harley MS 3859, anonym, 10. Jahrhundert, Gemeinfrei, über Wikimedia Commons

Die Schlacht im Celidon-Wald in der Historia Brittonum

Die Schlacht im Celidon-Wald erscheint erstmals in der Historia Brittonum, die um 830 verfasst wurde. Dies ist das früheste erhaltene Dokument, das Artus’ Laufbahn beschreibt, und es enthält eine Liste von zwölf Schlachten, in denen er gegen die Sachsen kämpfte. Hier ist die Passage, in der die Schlacht im Celidon-Wald erwähnt wird:

„Da war es, dass der großmütige Artus mit allen Königen und der Streitmacht Britanniens gegen die Sachsen kämpfte. Und obwohl es viele gab, die edler waren als er, wurde er zwölf Mal zu ihrem Anführer erwählt und war ebenso oft der Sieger… Die siebte im Wald Celidon, den die Briten Cat Coit Celidon nennen.”

Dieser Darstellung zufolge führte Artus eine Allianz von Königen und Heerführern in die Schlacht gegen die Sachsen. Die siebte Auseinandersetzung fand hier, im Celidon-Wald, statt. Abgesehen davon enthält die Passage lediglich die Information, dass die Schlacht von den Briten ‚Cat Coit Celidon‘ genannt wurde.

Das Wort ‚Cat‘ ist altwalisisch für ‚Schlacht‘, während das Wort ‚Coit‘ ‚Wald‘ bedeutet. Die Wendung ‚Cat Coit Celidon‘ bedeutet also schlicht ‚die Schlacht im Wald von Celidon‘. Dies mag wie eine überflüssige Information erscheinen, die nichts Neues über die Schlacht verrät. Doch die Tatsache, dass der Verfasser dieser Darstellung uns eigens mitteilt, wie die Briten diese Schlacht nannten, während er dasselbe bei den anderen Schlachten nicht erwähnt, könnte gut darauf hindeuten, dass diese Auseinandersetzung den Briten aus irgendeinem Grund besonders bekannt war.

Die Wälder Craik und Ettrick
Die Wälder Craik und Ettrick, M J Richardson, CC BY-SA 2.0, über Wikimedia Commons

Die Schlacht im Celidon-Wald in späteren Überlieferungen

Die Vorstellung, dass diese Schlacht besonders bedeutsam war, wird durch das Gewicht gestützt, das ihr in der späteren Überlieferung zukommt. In Geoffreys von Monmouth Historia Regum Britanniae wird ihr eine ganz besondere Bedeutung beigemessen. Und obwohl wir dies nicht mit Sicherheit sagen können, könnte sie durchaus der Gegenstand eines faszinierenden walisischen Gedichts sein.

Diese Schlachtstätte hat zudem das seltene Privileg, in späteren mittelalterlichen Artusromanen aufzutreten, etwa in der Vulgata-Estoire del Saint Graal.

Geoffreys von Monmouth Historia Regum Britanniae

Um 1137 verfasste Geoffrey von Monmouth die Historia Regum Britanniae, die eine detaillierte Darstellung von Artus’ gesamter Herrschaft enthält. In seiner Schilderung von Artus’ Sachsenfeldzug führt er nicht alle zwölf Schlachten an, die in der Historia Brittonum genannt werden (vielleicht, weil nicht alle dieser zwölf Schlachten tatsächlich gegen die Sachsen geführt wurden). Die Schlacht im Celidon-Wald jedoch ist enthalten, und zwar in einer prominenten Rolle.

Geoffrey erklärt, dass Artus die Sachsen an einigen Flüssen bei Lincoln besiegte, was fast sicher den Schlachten am Fluss Dubglas aus der Historia Brittonum entspricht. Als die Sachsen flohen, verfolgte Artus sie. Der Bericht behauptet, dass diese Verfolgung bis zum Celidon-Wald andauerte, wo die nächste Schlacht stattfand.

Diese Erzählung überspringt die Schlacht am Fluss Bassas, die in der Liste der Historia Brittonum zwischen Dubglas und Celidon steht. Dies könnte daran liegen, dass Geoffreys Darstellung verkürzt ist, was bedeuten würde, dass Artus sie in Wirklichkeit zunächst nach Bassas und dann weiter nach Celidon verfolgte. Oder aber die Schlacht am Fluss Bassas fand an einer anderen Stelle in Artus’ Laufbahn statt.

Die Schlacht und ihre Folgen

Wie auch immer: Die Schlacht im Celidon-Wald fand zu einem Zeitpunkt nach Dubglas statt, wobei Artus sie bis zu diesem Ort verfolgte. Geoffreys Bericht lautet wie folgt:

„Hier lieferten sie den Briten erneut die Schlacht und leisteten tapferen Widerstand, während die Bäume, die an diesem Ort standen, sie vor den Pfeilen der Feinde schützten. Als Artus dies sah, befahl er, die Bäume in diesem Teil des Waldes zu fällen und die Stämme rings um sie herum aufzutürmen, um zu verhindern, dass sie entkamen; er war entschlossen, sie hier eingeschlossen zu halten, bis er sie durch Hunger bezwingen konnte. Dann befahl er seinen Truppen, den Wald zu belagern, und verweilte drei Tage an diesem Ort.”

Nach dieser dreitägigen Belagerung flehten die Sachsen um Gnade. Sie sagten, sie würden ihre Beute zurücklassen und nach Germanien zurückkehren. Sie versprachen ihm sogar, ihm aus ihrer Heimat Tribut zu zahlen. Artus ging auf diese Bedingungen ein, und die Sachsen zogen ab.

Trotzdem änderten die Sachsen letztlich ihre Absicht. Sie segelten zurück nach Britannien, noch bevor sie Germanien überhaupt erreicht hatten, und begannen, den Südwesten des Landes zu plündern, was zur Schlacht von Badon führte.

Die Harmonisierung von Historia Brittonum und Historia Regum Britanniae

Geoffreys Darstellung scheint der Schlachtliste der viel früheren Historia Brittonum stark zu widersprechen. In jener Quelle ist Celidon die siebte Schlacht, das heißt, dass danach noch weitere fünf Schlachten folgen, bis zur klimaktischen Schlacht von Badon.

Dies kann kein bloßer Fehler Geoffreys sein, da ihm die Historia Brittonum als wertvolle artusianische Quelle zur Verfügung gestanden hätte. Jede Abweichung davon muss beabsichtigt gewesen sein, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass Geoffrey Zugriff auf weitere Quellen hatte, die bis heute nicht mehr erhalten sind.

Es gibt eine Möglichkeit, beide Darstellungen in Einklang zu bringen. Viele Gelehrte sind der Ansicht, dass die Erzählung der zwölf Schlachten in der Historia Brittonum auf einem Schlachtengedicht beruht. Wenn dies zutrifft, ist es wahrscheinlich, dass die Schlachtstätten für den Reim in die vom Gedicht vorgegebene Reihenfolge gebracht wurden, ohne zwangsläufig Rücksicht auf die Chronologie.

Darüber hinaus könnte es gut sein, dass nicht alle zwölf Schlachten tatsächlich gegen die Sachsen geführt wurden. Obwohl der Verfasser der Historia Brittonum den Bericht über Artus mit den Worten einleitet, ‚da war es, dass der großmütige Artus … gegen die Sachsen kämpfte‘, erfordert diese Feststellung nicht, dass alle subsequently erwähnten Schlachten gegen denselben Feind geschlagen wurden.

Daher könnte die Schlacht im Celidon-Wald tatsächlich unmittelbar vor der Schlacht von Badon stattgefunden haben. Dies würde bedeuten, dass die dazwischenliegenden Schlachten der Historia Brittonum an anderen Punkten in Artus’ Laufbahn erfolgten.

Cad Goddeu

Eine weitere Quelle, die die Schlacht im Celidon-Wald möglicherweise erwähnt, ist das Cad Goddeu. Dies ist ein walisisches Gedicht aus dem Buch von Taliesin, einer Sammlung von Gedichten, die angeblich von Taliesin verfasst wurden, einem Barde aus der Zeit des Artus.

Dieses Gedicht erzählt einen mythologischen Bericht über eine Schlacht, die in einem Wald stattfand. Ein Zauberer namens Gwydion erweckt die Bäume des Waldes zum Leben und kämpfen für ihn lassen, sodass sie ihm während der Schlacht als Heer dienen.

Diese Erzählung ist notorisch schwer zu deuten, doch mehrere Gelehrte haben vorgeschlagen, dass es sich um eine mythologisierte Version von Artus’ Schlacht im Celidon-Wald handelt. Zu diesen Gelehrten gehören Ifor Williams, Marged Haycock und Caitlin Green. Auch Rachel Bromwich erwähnte diese Möglichkeit.

Das Gedicht, das beansprucht, von Taliesin verfasst worden zu sein, versetzt den Verfasser mitten in die Schlacht. Da Taliesin ein Zeitgenosse des Artus war, verortet dies die Schlacht zumindest im richtigen groben Zeitraum. Darüber hinaus wird Artus selbst im Gedicht erwähnt, obwohl nicht ausdrücklich gesagt wird, dass er an der Schlacht beteiligt war.

Alles in allem ist es eine vernünftige Annahme, dass das Cad Goddeu eine mythologische Version der Schlacht im Celidon-Wald sein könnte, auch wenn dies alles andere als sicher ist.

Vertrieb die Schlacht im Celidon-Wald wirklich die Sachsen?

Geoffreys von Monmouth Darstellung präsentiert die Schlacht im Celidon-Wald, als wäre sie die bedeutsamste Schlacht in Artus’ Laufbahn, zweiten Ranges nur nach der klimaktischen Schlacht von Badon. Angeblich führte sie dazu, dass das sächsische Heer tatsächlich aus Britannien vertrieben wurde, wenn auch nur vorübergehend. Gibt es dafür irgendwelche Belege?

Zunächst müssen wir betrachten, was Geoffrey tatsächlich behauptet. Er behauptet zwar, dass Artus das sächsische Heer aus Britannien vertrieb, aber das ist nicht dasselbe wie die Behauptung, dass alle Sachsen von der Insel vertrieben wurden. Es gibt sicher keine Belege für eine Massenvertreibung der Angelsachsen aus Britannien in der ersten Hälfte des sechsten Jahrhunderts. Doch dass ein einzelnes Heer zum Abzug gezwungen wurde, wäre in keiner Weise außergewöhnlich.

Tatsächlich gibt es einige begrenzte Belege für eine Rückwanderung von Sachsen im sechsten Jahrhundert. Dies zeigt sich sowohl in der Archäologie als auch in literarischen Quellen. So hält beispielsweise eine Aufzeichnung aus dem neunten Jahrhundert fest, dass Theuderich, König der Franken, Angelsachsen aus Britannien in den frühen 530er Jahren in seinem Reich ansiedeln ließ.

Hinzu kommt, dass die Historia Brittonum eigens den Namen hervorhebt, den die Briten dieser Schlacht – und nur dieser Schlacht – gaben. Dies deutet stark darauf hin, dass mit der Schlacht im Celidon-Wald etwas ganz Besonderes verbunden war.

Die von Geoffrey von Monmouth nahegelegte Erzählung ist also, auch wenn es keine Möglichkeit gibt, sie zu bestätigen, plausibel.

Kehrte dieses Heer zurück, um bei Badon zu kämpfen?

Weniger plausibel ist die Vorstellung, dass das bei Celidon besiegte Heer anschließend bei Badon kämpfte. Es gibt mehrere Beispiele in Geoffreys von Monmouth Historia Regum Britanniae, in denen Geoffrey zwei unverbundene Heere oder Gruppen von Plünderern gleichsetzt. Daher ist es wahrscheinlicher, dass das sächsische Heer, das den Südwesten überfiel und schließlich bei Badon kämpfte, eine eigene Gruppe war, die nichts mit dem Heer zu tun hatte, das Artus im Celidon-Wald besiegte.

Arthur-Pyle Mounted Knight
Arthur-Pyle Mounted Knight, Howard Pyle, Gemeinfrei, über Wikimedia Commons

Wo lag der Celidon-Wald?

Eine weitere große Frage, wie bei den anderen Schlachtstätten von Artus’ berühmten zwölf Schlachten, ist, wo diese Schlacht ausgetragen wurde. Anders als bei den anderen Orten sind sich die meisten Kommentatoren einig, dass der Celidon-Wald mit dem Kaledonischen Wald aus römischen Quellen in Verbindung steht. Doch nicht jeder stimmt dem zu. Und selbst unter denen, die diesen Zusammenhang bejahen, besteht Uneinigkeit über die genaue Lage.

Der Kaledonische Wald

Beginnen wir unsere Analyse mit der unkompliziertesten Deutung. Diese Deutung besagt, dass der Celidon-Wald genau mit dem Kaledonischen Wald gleichzusetzen ist. Wo also lag dieser Wald?

Er wird in einer Reihe römischer Quellen erwähnt. Leider geben diese seine genaue Lage nicht an. Plinius der Ältere schrieb um 77 n. Chr., dass das römische Wissen über die Insel Britannien nicht über den Kaledonischen Wald hinausreiche. Dies würde darauf hindeuten, dass sich der Kaledonische Wald etwa bis zum Hadrianswall nach Süden erstreckte, denn erst in dem Jahr, in dem Plinius schrieb, begann Agricola, weiter nach Norden vorzudringen.

Ein weiter nördlich gelegener Wald?

Manche Gelehrte akzeptieren, dass sich der Kaledonische Wald ursprünglich so weit nach Süden erstreckte. Viele andere ziehen es jedoch vor, ihn in der Region Zentralschottlands, nördlich des Firth of Forth, zu verorten. Ein Grund dafür ist, dass der eigentliche Stamm, der als Caledonii oder Kaledonier bekannt war, von römischen Schriftstellern weit nördlich des Hadrianswalls – sogar weit nördlich des Antoninuswalls – verortet wurde.

Aus diesem Grund haben manche Kommentatoren behauptet, dass diese Schlacht unhistorisch sein müsse, weil es unmöglich sei, dass Artus an einer so weit im Norden Britanniens gelegenen Schlacht beteiligt gewesen wäre, schon gar nicht gegen die Sachsen.

Jedoch weiteten die Römer ihre Verwendung des Begriffs ‚Kaledonier‘ rasch aus, um alle Völker nördlich des Hadrianswalls einzuschließen. Ebenso verwendeten sie den Begriff ‚Caledonia‘ für diese gesamte Region, nicht nur für das Gebiet des Volkes, das spezifisch Kaledonier genannt wurde.

Daher gibt es keinen Grund, warum der Begriff ‚Kaledonischer Wald‘ nicht auf bewaldete Gebiete hätte angewendet werden können, die bis unmittelbar an den Hadrianswall heranreichten. Tatsächlich würde der Wald, wenn sein Hauptteil nördlich des Hadrianswalls lag, logischerweise diesen Namen getragen haben, selbst wenn ein Teil davon knapp südlich der Mauer lag.

Der Wald von Inglewood

Einige Forscher haben vorgeschlagen, dass gerade der Wald von Inglewood der Ort von Artus’ Schlacht im Celidon-Wald war. Christopher Bruce zufolge war Inglewood ‚einer der Wälder in der Region Caledonia‘.

Dies ist zweifellos eine umstrittene Aussage, da sich dieser Wald in Cumbria befand, vollständig südlich des Hadrianswalls. Dennoch steht Plinius der Älteres Erwähnung des Kaledonischen Waldes damit im Einklang.

Unterstützung durch die Artusüberlieferung

Darüber hinaus stützen zahlreiche Erwähnungen des Celidon-Waldes in der Artusüberlieferung eine Lage, die nicht allzu weit im Norden liegt. Am bemerkenswertesten ist die Überlieferung über Myrddin Wyllt (den Barde, der in den Artussagen zu Merlin wurde), der zufolge dieser nach der Schlacht von Arderydd nach ‚Coed Celyddon‘ floh.

Arderydd wird üblicherweise mit Arthuret bei Carlisle in Cumbria gleichgesetzt. Es erscheint außerordentlich unwahrscheinlich, dass eine Person von Arthuret aus bis in die Region nördlich des Antoninuswalls geflohen wäre. Ein solches Tun wäre, vorsichtig gesagt, übertrieben. Dies stützt die Vorstellung, dass der Inglewood, in derselben unmittelbaren Region wie Arthuret, das ‚Coed Celyddon‘ bzw. der Celidon-Wald der mittelalterlichen walisischen Texte war.

Ist dies zu weit im Norden?

Die Schlacht so weit im Norden wie die Region jenseits des Antoninuswalls zu verorten, erschiene in der Tat äußerst unwahrscheinlich. Der Wald von Inglewood jedoch lag keineswegs sehr weit von den Gebieten entfernt, in denen wir wissen, dass die Sachsen bis Mitte des sechsten Jahrhunderts aktiv waren.

Von Bamburgh (das den Belegen zufolge um 547 gegründet wurde) nach Arthuret sind es lediglich 60 Meilen, also drei Tagesmärsche. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum ein plünderndes Heer nicht diese Strecke hätte zurücklegen können, wo es dann von Artus gestellt wurde.

Dies gilt umso mehr, wenn wir uns erinnern, dass das sächsische Heer Geoffrey von Monmouth zufolge von Artus bis zu diesem Wald verfolgt wurde. Die Sachsen waren nicht aus eigenem Antrieb dort. Sie hatten die weite Reise nicht unternommen, weil sie ihren Raubzügen entgegenkam. Nein, sie flohen vor Artus, nachdem sie in der Schlacht besiegt worden waren. Dass die Schlacht dann außerhalb ihres üblichen Aktionsgebiets stattfand, wäre nichts Ungewöhnliches. Und die Abwesenheit archäologischer Spunden für einen einzelnen Feldzug ist, das braucht kaum gesagt zu werden, keinerlei bemerkenswert.

Einwände gegen diesen Ort

Abgesehen von den geographischen Problemen, die wir bereits erörtert haben, besteht ein offensichtliches Problem mit einer so weit nördlich gelegenen Stätte wie dieser darin, dass sie das Handeln des sächsischen Heeres in keiner Weise sinnvoll erscheinen lässt. Geoffrey sagt, dass Artus sie vom Fluss Dubglas bis zum Celidon-Wald verfolgte, der Fluss Dubglas lag jedoch fast sicher in Lincolnshire. Dies würde bedeuten, dass das sächsische Heer nach Norden floh und sich von der eigenen Landeshälfte entfernte.

Logischer wäre es gewesen, nach Süden oder Südosten zu fliehen, oder vielleicht direkt nach Osten oder Nordosten. Jede dieser Richtungen hätte sie in angelsächsisches Gebiet geführt, wo Verstärkungen ihnen hätten helfen können. Die Flucht in Richtung des Kaledonischen Waldes (ob er nun so weit südlich wie der Wald von Inglewood lag oder nicht) ist schlicht nicht erklärbar.

Der Wald von Celyddon

Jedoch stimmen nicht alle Gelehrten der Gleichsetzung des Celidon-Waldes mit dem Kaledonischen Wald zu. Einige bevorzugen eine weiter südlich gelegene Stätte. Eine Theorie verbindet den Namen dieses Waldes mit einer Gestalt aus der walisischen Sage namens Celyddon Wledig. Dieser Theorie zufolge war der Celidon-Wald der Wald dieses Mannes Celyddon.

Celyddon wird als Vater von Cilydd und Großvater von Culhwch beschrieben. Über diese Gestalt ist zwar nicht viel bekannt, doch alles, was bekannt ist, verbindet sie mit Süd-Wales, insbesondere mit dem Osten. Dies würde darauf hindeuten, dass der Celidon-Wald irgendwo im Südosten von Wales lag.

Die nächstliegende Wahl für einen bedeutenden Wald in dieser Gegend wäre Wentwood zu sein, der größte alte Wald Britanniens in Wales. Der Forest of Dean ist eine weitere Möglichkeit.

Der Gelehrte Peter Bartrum wies darauf hin, dass Coed Celyddon in einer walisischen Erzählung über Tristan erwähnt wird. Er fährt fort, dass in diesem Kontext wohl kaum der Kaledonische Wald gemeint ist. Da Tristan üblicherweise in Cornwall oder Süd-Wales verortet wird, stützt dies die Vorstellung, dass Coed Celyddon irgendwo im Süden lag. Wentwood oder der Forest of Dean wären in diesem Zusammenhang plausible Identifizierungen.

Einwände gegen diesen Ort

Ein schwacher Punkt dieser Theorie ist das völlige Fehlen größerer stützender Belege. Bedeutsamer ist, dass es – ebenso wie beim Kaledonischen Wald – strategisch keinen Sinn ergibt, dass die Sachsen in einen Wald im Südosten von Wales flohen, da dies Feindesland war.

Der Weald

Manche Gelehrte sind so weit gegangen, den Celidon-Wald so weit im Süden wie den Weald zu verorten. Dies ist ein großes Gebiet, das Teile von Hampshire, Surrey, East Sussex, West Sussex und Kent umfasst. Der Name ‚Weald‘ stammt von einem altenglischen Wort mit der Bedeutung ‚Wald‘.

In der Antike und im Mittelalter war der Weald dicht mit Bäumen bewachsen. Er war mit Abstand das bedeutendste Waldgebiet im Südosten. Manche mittelalterliche Texte geben ihm den Namen ‚Andredes weald‘ oder ‚Andredesleage‘, was ‚der Wald von Andred‘ bedeutet. Dies bezog sich auf Anderida, ein römisches Kastell in dieser Gegend.

Dies waren jedoch englische Namen für den Wald, nicht walisische. Niemand weiß mit Sicherheit, wie die Waliser ihn nannten. Könnte dies der Celidon-Wald gewesen sein?

Unterstützung durch antike Texte

Ein zentraler Anhaltspunkt dafür findet sich in den Schriften von Florus, einem antiken römischen Schriftsteller. Er schrieb, wohl im zweiten Jahrhundert n. Chr., dass Julius Caesar ‚die Briten in die kaledonischen Wälder verfolgt‘ habe. Natürlich operierte Caesar nirgendwo in der Nähe von Schottland. Seine Aktivitäten in Britannien beschränkten sich vollständig auf den Südosten.

Daher scheint dies ein nachweisbares Beispiel dafür zu sein, dass der Begriff ‚kaledonische Wälder‘ im Kontext des Südostens Britanniens verwendet wurde. Vermutlich ist hier der Weald gemeint.

Unterstützung durch die Artusüberlieferung

Zusätzliche Unterstützung kommt aus der Artusüberlieferung. In Geoffreys Historia Regum Britanniae gibt es eine lange Passage, die einige von Merlins Prophezeiungen wiedergibt. Eine geheimnisvolle Frau (unbenannt und möglicherweise allegorisch) wird erwähnt, und die folgende Beschreibung über sie ist sehr aufschlussreich:

„Sie soll in ihrer rechten Hand das Holz von Caledon tragen und in ihrer Linken die Festungen der Mauern von London.“

In antiken und mittelalterlichen Texten bedeutete ‚links‘ Norden und ‚rechts‘ Süden. Wir sehen dies etwa in der Historia Brittonum, wo es heißt, dass die Pikten sich im linken Teil Britanniens niederließen. Dies beruhte auf der Vorstellung, dass ‚vorwärts‘ die Blickrichtung zum Sonnenaufgang im Osten bedeutet.

Wenn diese geheimnisvolle und möglicherweise allegorische Frau also das ‚Holz von Caledon‘ in ihrer rechten Hand trug, während London in ihrer linken Hand lag, würde dies logischerweise bedeuten, dass London im Norden lag, das Holz von Caledon dagegen im Süden.

Dies steht in vollem Widerspruch zur herkömmlichen Verortung des Celidon-Waldes im Norden Britanniens. Dennoch scheint dies das zu sein, was Geoffreys Text hier sagt, und es stimmt mit Florus’ Erwähnung der kaledonischen Wälder im Kontext von Caesars Feldzug überein.

Der Weald war mit Abstand der bedeutendste Wald südlich von London, sodass der Weald sehr wahrscheinlich das ‚Holz von Caledon‘ ist, auf das sich Geoffreys Text bezieht.

Strategischer Sinn

Darüber hinaus harmoniert dies weitaus besser mit der wahrscheinlichen Lage der vorherigen Schlachtstätte, Bassas. Die beste etymologische Übereinstimmung für den ‚Fluss Bassas‘ aus der Historia Brittonum ist Bassingbourn in Cambridgeshire.

Geoffreys Bericht, dass Artus die Sachsen von Lincoln bis zum Celidon-Wald verfolgte, ergibt im Kontext einer südlichen Lage erheblich mehr Sinn als bei einer nördlichen, da Bassingbourn genau zwischen Lincoln und dem Weald liegt, nicht aber zwischen Lincoln und dem Kaledonischen Wald.

Das sächsische Heer wäre sicherlich tiefer in sein eigenes Gebiet geflohen und nicht in einen Wald innerhalb britischen Gebiets. Letzteres Vorgehen wäre im Grunde strategischer Selbstmord gewesen, während Ersteres logisch ist.

Einwände gegen diesen Ort

Der größte Einwand, der gegen diese Theorie vorgebracht werden könnte, ist die verhältnismäßige Dürftigkeit der Belege, dass dieser Wald jemals als Celidon-Wald bekannt war. Dennoch scheinen die wenigen Belege, die wir haben, recht eindeutig.

Hinzu kommt die Tatsache, dass einige walisische Texte (etwa jene, die sich auf Myrddin beziehen) ein Coed Celyddon ausdrücklich in Cumbria verorten. Es ist jedoch keineswegs unmöglich, dass zwei Gebiete denselben Namen tragen. Es gibt viele Beispiele für ein solches Phänomen überall in Britannien.

Ein dritter Einwand ist die Tatsache, dass Geoffrey Artus mitten in der Unterwerfung der Pikten schildert, als er hört, dass die Sachsen umgekehrt sind und den Südwesten Britanniens angreifen. Dies könnte dazu verwendet werden, zu zeigen, dass Artus sich bereits im oder nahe am Gebiet der Pikten (nördlich des Hadrianswalls) befand, als er die Sachsen besiegte.

Es könnte jedoch einfach sein, dass Artus nach der Schlacht im Celidon-Wald nach Norden aufbrach, um gegen die Pikten zu kämpfen. Das ist schließlich genau das, was Geoffrey von ihm schildert, nachdem er die letzte Schlacht mit den Sachsen im Südosten geschlagen hatte; Artus reiste sofort nach Norden, um die Pikten anzugreifen. Die Tatsache, dass Geoffrey Artus kurz nach der Schlacht im Celidon-Wald gegen die Pikten kämpfen lässt, beweist daher nicht, dass er den Celidon-Wald in jener Region verorten wollte.

Fazit

Zusammenfassend war die Schlacht im Celidon-Wald die siebte von Artus’ zwölf berühmten Schlachten, wie die Historia Brittonum sie überliefert. Sie gehört aus mehreren Gründen zu den bedeutsamsten dieser Schlachten. Einerseits tritt sie prominent in Geoffreys von Monmouth späterer Darstellung von Artus’ Laufbahn auf. Sie könnte zudem der Gegenstand eines eigenständigen walisischen Gedichts sein. Darüber hinaus besteht fast allgemeine Übereinstimmung, dass der Celidon-Wald mit dem Kaledonischen Wald aus römischen Aufzeichnungen identisch war. Allerdings stimmen nicht alle Gelehrten zu, und es muss gesagt werden, dass eine solche Identifizierung strategisch keinen Sinn ergibt. Eine Lage im Süden, etwa gerade der Weald, ist strategisch weitaus logischer und wird durch die Artusüberlieferung und den antiken Text des Florus gestützt.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Wer gewann die Schlacht im Celidon-Wald?

Die Schlacht im Celidon-Wald wurde von Artus und seinen britischen Gefährten gewonnen.

Wo lag der Celidon-Wald?

Der Celidon-Wald wird üblicherweise mit dem Kaledonischen Wald in Schottland identifiziert. Es wurden jedoch auch andere Orte vorgeschlagen. Eine besonders wahrscheinliche Alternative ist der Weald, der zur Darstellung in der Historia Regum Britanniae passt.

Warum war die Schlacht im Celidon-Wald wichtig?

Diese Schlacht war Geoffreys Historia Regum Britanniae zufolge von enormer Bedeutung für Artus’ Sachsenfeldzug, denn es gelang ihm, das sächsische Heer zur Anerkennung der Niederlage zu zwingen und zur Rückkehr nach Germanien zu bewegen.

Quellen

Reno, Frank, Historic Figures of the Arthurian Era: Authenticating the Enemies and Allies of Britain’s Post-Roman King, Juli 2015

Ashley, Mike, A Brief History of King Arthur, 2013

Field, P. J. C., Arthur’s Battles, 2008

Jackson, Kenneth, Once Again Arthur’s Battles, 1945

Green, Thomas, Britons and Anglo-Saxons: Lincolnshire AD 400-650, 2012

Bartrum, Peter, A Welsh Classical Dictionary, 1993

Gidlow, Christopher, The Reign of Arthur, 2005

Bromwich, Rachel, Trioedd Ynys Prydein: The Triads of the Island of Britain, 2014

http://www.legendofkingarthur.co.uk/battles/7-celidon-wood.htm

https://www.earlybritishkingdoms.com/arthur/kabattles.html

Von Caleb Howells

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