Das Rätsel um Madoc und Artegall, die Brüder von König Artus
Von Caleb Howells
Artegall ist der Halbbruder von König Artus aus Edmund Spensers berühmtem The Faerie Queene, während die walisische Tradition Artus einen Bruder namens Madoc zuschreibt. Auf den ersten Blick mögen die beiden Gestalten völlig unverbunden erscheinen, doch gibt es einige Anhaltspunkte dafür, dass sie letztlich ein und dieselbe Figur sind. Worin bestehen diese Anhaltspunkte?

Wer waren Madoc und Artegall?
Madoc und Artegall sind beide Gestalten der artussianischen Literatur, wobei beide verhältnismäßig obskur sind. Dennoch gehört die eine von ihnen offensichtlicher zur artussianischen Tradition als die andere. Madoc erscheint in mehreren walisischen Texten, darunter eine ihm gewidmete Elegie im mittelalterlichen Book of Taliesin.
Artegall hingegen erscheint in Edmund Spensers 1590 entstandenem The Faerie Queene. Dies liegt zeitlich deutlich nach der Abfassung des Großteils der einflussreichen artussianischen Literatur, einschließlich des vergleichsweise späten Le Morte d’Arthur von Thomas Malory.
Madoc wird in der walisischen Tradition als Sohn Uthyr Pendragons und somit als Bruder König Artus’ dargestellt. Er hat einen Sohn, Eliwlod, der als Neffe Artus’ anerkannt ist. Nach einigen Quellenzeichen war er eine religiöse Gestalt und zudem Seefahrer.
Artegall wiederum wird von Spenser als Halbbruder Artus’ dargestellt, als Sohn von Gorlois, dem Herzog von Cornwall, und Igerna. Er ist über einen Teil von The Faerie Queene hinweg der Held, ein Streiter für die Gerechtigkeit, den die böse Königin Radigund eine Zeitlang gefangen hielt, bevor er von seiner Geliebten Britomart befreit wurde.
Spenser lässt Artegall gemeinsam mit König Artus Abenteuer bestehen, schildert sie damit als Freunde und deutet zugleich an, dass Artegall einer der Ritter der Tafelrunde war.
Wie wir sehen, teilen Madoc und Artegall nur wenige Gemeinsamkeiten, etwa dass beide Brüder Artus’ sind und einige Abenteuer bestehen.
Könnte Spensers Artegall einen authentischen Ursprung gehabt haben?
Auch wenn es zutrifft, dass Edmund Spenser eine völlig erfundene Geschichte als Allegorie schrieb, bedeutet dies nicht, dass er sämtliche Figuren erfand. Wir haben bereits gesehen, dass dies nicht der Fall war. König Artus selbst ist ein offensichtliches Beispiel für eine bereits bestehende Figur. Artegalls Vater Gorlois ist ein weiteres Beispiel.
Daher sollten wir Spensers The Faerie Queene als Instrument zur Erforschung der artussianischen Tradition zwar gewiss mit Vorsicht behandeln, es jedoch nicht vollständig verwerfen. Bezeichnenderweise gibt es klare Belege dafür, dass Spenser die Figur des Artegall nicht erfunden hat.
Artegall in Geoffrey von Monmouths Historia Regum Britanniae
Tatsächlich haben Kommentare zu Spensers Gedicht diese Belege nicht übersehen. Man betrachte die Aussage eines modernen Kommentars:
„On the ‘historical’ Arthgallo in Geoffrey, see V i 3n. Arthgal of Cargueit or Warguit (Warwick) is included in his list of consuls who attend Arthur (9.12), and is cited by Hardyng 1812:137 as a knight of the Round Table.“
Wie sich daraus ergibt, wird anerkannt, dass Spensers Figur des Artegall offenbar auf eine Gestalt zurückgeht, die Geoffrey von Monmouth um 1137 in seiner einflussreichen Historia Regum Britanniae erwähnt. Diese Gestalt erscheint auch in einigen späteren artussianischen Quellen.
In Geoffreys Bericht über Artus’ Herrschaft gibt es einen Moment, in dem Artus nach dem Ende der meisten seiner Kriege eine besondere Krönungszeremonie abhält. Zahlreiche Verbündete Artus’ werden als anwesend beschrieben. Einer der Namen dieser Gestalten ist ein gewisser:
„Arthgal, of Cargueit or Warguit.“
Die Schreibweise, die Geoffrey tatsächlich verwendet, ist ‘Artgualchar’, obwohl Formen wie ‘Arthgal’ in Übersetzungen und Kommentaren häufig anzutreffen sind. Geoffrey liefert über diese Gestalt keinerlei weitere Informationen.
Artegall in späteren artussianischen Texten
Ist es plausibel anzunehmen, dass Spenser diese Nebenfigur aus dieser Passage in Geoffreys Historia Regum Britanniae übernommen und ihr in The Faerie Queene eine wichtige Rolle gegeben haben könnte? Gewiss hätte er dies tun können, obwohl es ungewöhnlich wäre.
Allerdings müssen wir nicht bis zu Geoffrey von Monmouth zurückgehen, um Hinweise auf diese Gestalt zu finden. Tatsächlich gibt es mehrere Quellen zwischen Geoffrey und Spenser, die diesen rätselhaften Earl von Warwick erwähnen.
Waces Roman de Brut
Die früheste davon ist Waces Roman de Brut. Da dieses Werk stark auf Geoffreys Arbeit beruht, ist das keine Überraschung. Er erwähnt Algal of Guivic in derselben Passage, in der Arthgal in Geoffreys Erzählung erscheint. Hier scheint das ‘r’ zu einem ‘l’ entstellt und das ‘t’ vollständig verloren gegangen zu sein.
Wenngleich Waces Roman de Brut erst nach Geoffreys Werk entstand, liegt er zeitlich doch nur wenig später. Außerdem weicht die Form dieses Namens stärker von Spensers ‘Artegall’ ab als Geoffreys Schreibweise, weshalb dies als unmittelbare Quelle unwahrscheinlich ist.
Quellen des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts
Es gibt zwei Quellen, die Spensers Zeit deutlich näher stehen und aus denen er diese Figur hätte ableiten können. Die erste ist Hardyngs Chronicle, das auf etwa 1437 datiert wird. Diese Reimchronik folgt eng der Erzählung Geoffrey von Monmouths. In der Passage über Artus’ besondere Krönung legt Hardyng eine Liste der Ritter der Tafelrunde vor.
Die dort genannten Gestalten entsprechen weitgehend denjenigen, die in Geoffreys Werk erscheinen. Eine der von Hardyng erwähnten Figuren ist ‘Syr Argalle, Erle of Warrewyke’.
Wie bei Waces Schreibweise ist das ‘t’ weggefallen, doch hier bleibt das ‘r’ korrekt erhalten.
Noch näher an Spensers Zeit liegt A Chronicle at Large, verfasst von Richard Grafton im Jahr 1569, etwa zwei Jahrzehnte vor Spensers The Faerie Queene. Es stand Spenser also ohne Weiteres als mögliche Quelle zur Verfügung.
In dieser Passage schreibt Grafton:
„In this tyme also I finde mencion made of a noble and valiant man called Arthgall, and he was the first Erie of Warwike, and he was one of the knightes of the round Table of King Arthure, after whome folowed by succession Moruyde, and Merthrude. This Arthgal tooke a Beare for his beast because the first sillable of his name which is Arth, in the Britishe speche, and is in English a Beare.“
Dies ist eine überaus interessante Passage, denn sie liefert uns Informationen, die sich weder bei Geoffrey noch bei Wace oder Hardyng finden. Sie sagt uns, dass Arthgal ausdrücklich der erste Earl von Warwick war, und sie nennt auch seine Nachfolger. Darüber hinaus erwähnt diese Passage, dass Warwick sein heraldisches Bärenwappen von Arthgal ableitet.
Ein möglicher Hinweis in der Post-Vulgate Queste del Saint Graal

Es gibt einen weiteren möglichen Hinweis auf Arthgal, der zwischen Waces Roman de Brut und Hardyngs Chronicle liegt. Es handelt sich um die Post-Vulgate-Queste del Saint Graal, entstanden um 1235.
In diesem Werk erscheint ein anderweitig unbekannter Ritter der Tafelrunde namens Artel. Angesichts seines Namens ist es durchaus möglich, dass dies eine Weiterentwicklung von ‘Arthgal’ ist. Es gibt viele Beispiele dafür, dass der Buchstabe ‘g’ aus Namen verschwindet.
Die Figur des Gawain veranschaulicht diesen Punkt vorzüglich. In Geoffrey von Monmouths Bericht erscheint er als ‘Gualguanus’. In zahlreichen späteren Aufzeichnungen in englischer, französischer und anderen europäischen Sprachen fehlt das mittlere ‘g’.
Der ‘Artgualchar’ Geoffreys, dessen Name sich über eine Überlieferungslinie zu ‘Arthgal’ entwickelte, könnte daher über eine andere Linie ohne Weiteres zu ‘Artel’ geworden sein. Dass diese Nebenfigur als einer der Ritter König Artus’ dargestellt wird, stützt zusätzlich die Annahme, dass er mit Geoffreys Arthgal gleichgesetzt werden kann.
Ob dies tatsächlich zutrifft, lässt sich freilich nicht sagen.
Was diese Texte für Arthegalls Authentizität bedeuten
Kommen wir zu Artegall aus Edmund Spensers The Faerie Queene zurück: Zu welchem Schluss können wir hinsichtlich der Authentizität dieser Figur gelangen? Diese Belege bedeuten, dass es durchaus plausibel ist, dass Spenser seine Figur unmittelbar auf die bezeugte Gestalt des Arthgal aus den artussianischen Sagen stützte, so wie er weitere bezeugte Gestalten aus bestehenden artussianischen Texten verwendete (etwa Artus und Merlin).
In der Tat steht die von Richard Grafton verwendete Schreibweise (‘Arthgall’) – die Quelle, die Spensers eigener Zeit am nächsten steht – Spensers Schreibweisen des Namens (je nach Stelle ‘Artegall’, ‘Arthegall’, ‘Arthegal’ und ‘Artegal’) sehr nahe.
Es wäre Spenser also ohne Weiteres möglich gewesen, die Figur aus Graftons Chronicle zu übernehmen und für seine Geschichte anzupassen, ähnlich wie er es bei anderen artussianischen Figuren tat.
Was dies für Spensers Verlässlichkeit bedeutet
Entscheidend ist die Frage, was dies für den Wert der Informationen bedeutet, die Edmund Spenser über die Gestalt des Artegall liefert. Die eigentliche Geschichte über diese Figur wurde von Spenser natürlich als Allegorie erfunden. Viele Kommentatoren verstehen seine Figur als Darstellung von Arthur Grey, 14. Baron Grey de Wilton.
Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Spenser die biologischen Informationen über diese Figur erfunden hätte. Schließlich greift er in seinem Bericht nachweislich auf zahlreiche authentische familiäre Beziehungen aus den artussianischen Sagen zurück.
So bezeichnet Spenser zum Beispiel in Buch III, Canto III, Strophen 27 und 29 Cador als Sohn des Gorlois. Er stellt auch Constantius als Angehörigen dieser Familie dar. Eine genaue Prüfung der historischen Quellen zeigt zwar, dass Cador nicht der Sohn des Gorlois war, doch war dies während eines großen Teils des Mittelalters eine weit verbreitete Ansicht.
Der Punkt ist, dass Spenser die zu seiner Zeit bestehenden Traditionen über diese Gestalten zutreffend bewahrte. Dass er eine Allegorie schrieb, bedeutet nicht, dass er einfach die biographischen Informationen über Figuren erfand, die in den artussianischen Sagen bereits existierten.
Artegalls Ruhm
Dies wirft die Möglichkeit auf, dass Spenser in seiner Figur des Artegall einige zutreffende Einzelheiten über die artussianische Gestalt des Arthgal bewahrt haben könnte, die uns anderweitig nicht überliefert sind.
Die wichtigste biographische Angabe, die er über Artegall macht, ist, dass dieser der Sohn des Gorlois und damit der Halbbruder König Artus’ war. Ist es plausibel anzunehmen, dass diese Einzelheit von Spenser bewahrt wurde, ohne in irgendeiner früheren Quelle zu erscheinen?
Es ist beachtenswert, dass mehrere Aussagen der Quellen, welche den artussianischen Arthgal erwähnen, darauf hindeuten, dass es einst weitaus mehr Quellen gab, die von ihm berichteten, als nur diejenigen, die uns heute erhalten sind.
Bei Wace
In Waces Passage über Artus’ Krönung, in der er ‘Algal of Guivic’ erwähnt, beschreibt Wace ihn beispielsweise als:
„…a baron much held in honour by the court.“
Von Artus’ vielen Verbündeten, die in dieser Passage erscheinen, ist Algal einer der ganz wenigen, die über ihren Namen und ihre geographische Zuordnung hinaus näher beschrieben werden. Er ist zudem der einzige, dessen Ehre eigens hervorgehoben wird.
Da Geoffrey dies nicht erwähnt, liegt die Annahme nahe, dass Wace eine andere, bereits bestehende Tradition über Algal (Arthgal) kannte und diesen Kommentar hinzufügte.
Bei Hardyng
In John Hardyngs Chronicle finden wir eine ähnliche Aussage. Er beschreibt diese Gestalt als:
„Syr Argalle, Erle of Warrewyke of grete prise.“
Dieser Aussage zufolge war Argalle ‘von großem Lob’. Dies deckt sich mit dem Befund bei Wace. Allerdings ist diese Aussage Hardyngs, anders als im Falle Waces, nicht besonders ungewöhnlich. Als Verfasser einer Reimchronik fügte er vielen Rittern von Artus’ Hof zusätzliche Kommentare hinzu, um Reime zu ermöglichen.
Bei Grafton
Richard Graftons Bemerkungen sind besonders interessant. In seiner Geschichte Britanniens in A Chronicle at Large erwähnt er König Artus und die zahlreichen Berichte über ihn und gibt einen Überblick darüber, wer er war und was er angeblich tat.
Unmittelbar nachdem er diesen Kontext geliefert hat, fährt er fort:
„In this tyme also I finde mencion made of a noble and valiant man called Arthgall…“
Die vollständige Zitat siehe oben.
Keiner von Artus’ anderen Verbündeten wird hier beschrieben. Dass sich Grafton die Mühe macht, unmittelbar nach seinem Überblick über König Artus und dessen Herrschaft über Arthgall zu schreiben, ist zweifellos bedeutsam. Es legt den Schluss nahe, dass an Arthgall etwas Besonderes war.
Offenbar existierten weitere Berichte über ihn, die bis heute nicht überdauert haben. Dass Grafton ihn ausdrücklich als ‘tapferen Mann’ beschreibt, was bei Geoffrey, Wace oder Hardyng nicht ausdrücklich gesagt wird, gibt zusätzlichen Anlass zu der Annahme, dass er Zugang zu anderen, heute verlorenen Quellen hatte.
Er fährt zudem fort, Arthgall als ersten Earl von Warwick zu beschreiben und dessen Nachfolger zu nennen, was ebenfalls das einstige Vorhandensein weiterer, heute verlorener Aufzeichnungen über ihn belegt.

Der Gedanke, dass eine artussianische Figur der Gegenstand heute verlorener Erzählungen war und nur noch aus wenigen dunklen Erwähnungen bekannt ist, ist kein ungewöhnlicher. Viele weitere Beispiele für dieses Phänomen sind bekannt. Die obskure Gestalt des Ilinot, die in den Schriften von nur zwei deutschen Autoren erscheint, zeigt Anzeichen dafür, dass sie der Stoff weiterer, uns heute verlorener Erzählungen war.
Da es demnach zur Zeit Graftons offenbar weitere Quellen über Arthgal gab, konnten diese ohne Weiteres auch Spenser zugänglich gewesen sein, der nur zwei Jahrzehnte später schrieb.
Belege dafür, dass Artegall Madoc war, der Bruder König Artus’
Nachdem wir nun festgestellt haben, dass Spenser die Figur des Artegall offenbar den artussianischen Aufzeichnungen über Arthgal von Warwick entnahm und dass im sechzehnten Jahrhundert offenbar weitere Berichte über ihn im Umlauf waren, was bedeutet dies für sein Verhältnis zu Artus?
Wie bereits festgestellt, wird die Figur des Artegall in The Faerie Queene als Sohn des Gorlois und damit als Halbbruder König Artus’ dargestellt. Da es keinen erkennbaren Grund gab, diese Abstammung zu erfinden, liegt es nahe, dass dies ein authentischer Bestandteil der Tradition über Arthgal war, den Spenser bei seinen Forschungen vorfand.
Dies ist zwar von diesen Belegen nicht zwingend gefordert, steht aber im Großen und Ganzen im Einklang mit den Informationen, die Wace, Hardyng und Grafton über ihn liefern.
Wie wir bereits gesehen haben, heben Wace und Hardyng (erstgenannter in besonders bedeutsamer Weise) ihn als Objekt von Ehre und Lob hervor. Dass Wace Arthgal (‘Algal’) allein als ‘baron much held in honour by the court’ beschreibt, legt nahe, dass er einer der wichtigsten Personen dort war.
Eine ähnliche Beobachtung ließe sich über Richard Grafton anstellen, der Arthgal eigens hervorhebt, nachdem er einen Überblick darüber gegeben hat, wer König Artus war. Zwar beschreibt Grafton Arthgal nicht als Bruder des Artus, doch eine so hervorgehobene Stellung würde erklären, weshalb Grafton in seinem artussianischen Abschnitt so viel Aufhebens von ihm macht.
Daher gibt es, obwohl die vor Spensers The Faerie Queene erhaltenen Berichte dies nicht unmittelbar bestätigen, keinen triftigen Einwand gegen die Annahme, dass Arthgal von Warwick tatsächlich der Bruder oder Halbbruder König Artus’ gewesen sein könnte.
Dass er lediglich Artus’ Halb-bruder und nicht ein voller Bruder war, würde erklären, weshalb er keinen herausgehobeneren Platz in den Sagen einnahm und weshalb sein Verhältnis zu Artus meist unerwähnt blieb.
Belege aus dem Brut Tysilio
Ein weitaus unmittelbarerer Beleg für diesen Schluss findet sich jedoch im Brut Tysilio. Dies ist eine walisische Version von Geoffrey von Monmouths Historia Regum Britanniae. Es gibt zahlreiche Stellen, an denen die von Geoffrey verwendeten Namen durch solche ersetzt werden, die den walisischen Verfassern geläufiger waren.
In manchen Fällen sind die Namen einfach gemäß der walisischen Schreibweise abgewandelt. In anderen Fällen sind die Namen völlig verändert. So oder so liefert uns dies wertvolle Informationen darüber, wen die Waliser mit Geoffreys artussianischen Gestalten tatsächlich meinten.
Bemerkenswerterweise ersetzt der Brut Tysilio den Namen ‘Arthgal’ beziehungsweise ‘Artgualchar’ durch den völlig anderen ‘Madoc’. Warum ist dies so bedeutsam?
Die Bedeutung liegt darin, dass Madoc, wie eingangs dieses Artikels erwähnt, an anderer Stelle der artussianischen Tradition als einer der Brüder König Artus’ erscheint. Anders als im Falle des Artegall ist Madocs Status als Bruder des Artus gut belegt.
Er erscheint im Book of Taliesin, wo eine Elegie auf ihn verfasst ist. Er wird auch in dem Gedicht erwähnt, das als Arthur and the Eagle bekannt ist, in dem Artus mit dem Geist seines Neffen Eliwlod, dem Sohn Madocs, spricht, der ihm in Gestalt eines Adlers erscheint.
Beide dieser Erwähnungen bestätigen, dass Madoc der Bruder Artus’ war, und nennen ihn den Sohn Uthyrs. Darüber hinaus gibt es mehrere weitere Erwähnungen eines Madoc, bei dem es sich gut um Artus’ Bruder handeln könnte. So gibt es etwa den ‘Heiligen Madoc’, den Schutzpatron mehrerer Orte in Südwales.
Es gibt außerdem einen gewissen ‘Heiligen Maidoc’, bei dem es sich in mindestens einigen Aufzeichnungen sehr wahrscheinlich um Madoc ap Uthyr handelte. In anderen war er jedenfalls Aidan von Ferns.
Dass der Brut Tysilio den Namen von Geoffreys Arthgal durch Madoc ersetzt, ist überaus bedeutsam. Die walisische Tradition kennt keinen anderen Madoc, der mit König Artus in Verbindung stünde. Die logischste und naheliegendste Erklärung ist daher gewiss, dass Geoffreys Arthgal als Madoc, der Bruder König Artus’, verstanden wurde.
Wie dies mit Artegall als Artus’ Halbbruder zusammenstimmt
Wie wir festgestellt haben, ist Madoc als Sohn Uthyrs überliefert, wodurch er Artus’ Bruder ist. Edmund Spenser hingegen stellt Artegall als Sohn des Gorlois und damit als Halbbruder Artus’ dar.
Lassen sich diese beiden Biographien in Einklang bringen? Die einfache Lösung ist der Schluss, dass dieses Kind nach Gorlois’ Tod von Uther adoptiert wurde – denselben Gorlois, den Uther töten ließ, um sich dessen Frau Igerna zu nehmen.
Die Praxis, dass jemand als Sohn seines Adoptivvaters bekannt ist, war und ist äußerst verbreitet. Es wäre daher keineswegs überraschend, wenn Madoc als ‘ap Uthyr’ bekannt war, obwohl er in Wirklichkeit nur Uthyrs Adoptivsohn war.
Freilich wirkt es vermessen, das Zeugnis von Edmund Spenser, der 1590 eine Allegorie schrieb, höher zu bewerten als das Zeugnis der viel früheren walisischen Tradition. Dennoch werden wir sehen, wie weitere frühe Belege den Schluss stützen, dass Madoc tatsächlich ein Halbbruder Artus’ war.
Belege aus der Athrwys-ap-Meurig-Theorie
Der Schluss, dass Madoc in Wirklichkeit Artegall war und dass er tatsächlich ein Halbbruder und nicht ein voller Bruder König Artus’ war, wird durch die Athrwys-ap-Meurig-Theorie gestützt. Dies ist die Theorie, dass König Artus mit dem historischen Athrwys ap Meurig gleichgesetzt werden kann.
Die Grundlage der Athrwys-Theorie
Diese historische Gestalt war ein König im Südosten Wales’, der offenbar von Ergyng im Osten bis Glywysing (Glamorgan) im Westen herrschte. Während die meisten Gelehrten ihn ins siebte Jahrhundert und damit 100 Jahre nach Artus’ Zeit einordnen, datieren ihn viele andere ins sechste Jahrhundert.

Eine eingehende Untersuchung dieser Theorie bietet der Artikel War Athrwys, der Sohn des Meurig, der historische König Artus? Kurz zusammengefasst beruht diese Theorie im Kern auf dem Argument, dass Athrwys zur richtigen Zeit und am richtigen Ort lebte, um Artus zu sein. Sein Königreich im Südosten Wales’ umfasste das Kernland der artussianischen Überlieferung, entsprechend den Orten, an die ihn verschiedene frühe Aufzeichnungen setzen.
Da Athrwys der einzige Fürst seiner Zeit war, dessen Name Artus’ Namen auch nur ähnelte, lautet das Argument, dass sein Name eine Entstellung von ‘Arthur’ sein muss, womöglich über die bezeugte Form ‘Arturus’.
Zur weiteren Stützung dieser Theorie verweisen Forscher darauf, dass viele Angehörige von Athrwys’ Familie mit vielen Familienangehörigen Artus’ in den Sagen übereinzustimmen scheinen. So gibt etwa die walisische Prosarerzählung Culhwch and Olwen Artus einen Onkel mütterlicherseits namens Gwrfoddw. Ein König dieses sehr Namens erscheint im Book of Llandaff an einer Stelle, die darauf hindeutet, dass er Athrwys’ Onkel mütterlicherseits war.
Zudem gibt es Belege dafür, dass Athrwys eine Schwester namens Anna hatte, ganz wie in Geoffrey von Monmouths Bericht über Artus’ Familie. Es gibt auch Belege dafür, dass Athrwys der Vetter von König Cado von Cornwall war, ebenso wie es von Artus gesagt wurde.
Madoc als Bruder des Athrwys
Eine weitere der artussianischen Familienfiguren, die zur Stützung dieser Theorie herangezogen werden, ist Madoc selbst, der unmittelbare Gegenstand dieses Artikels. Das Argument stützt sich auf Belege dafür, dass Madoc in Wirklichkeit der Vater von Myrddin Wyllt war, des Barden, der sich später zum berühmten Merlin entwickelte.
Zahlreiche walisische Texte bezeichnen den Vater Myrddins als ‘Morfryn’. Ein walisischer Text beschreibt ihn als ‘aus dem Stamm der Meirchion’ (‘of the tribe of Meirchion’). Bei diesem Meirchion handelt es sich fast gewiss um die Gestalt dieses Namens, die in der Jesus College MS 20 als Sohn Glywys’ erscheint. Damit wäre er ein Fürst oder gar König des Gebiets von Glamorgan, was zum Herrschaftsgebiet von Artus’ Familie passt.
Darüber hinaus beschreibt ein Bericht aus dem siebzehnten Jahrhundert über das Leben Myrddins ihn als Enkel von König Meurig von Dyfed. Dies kann nur Meurig, der Vater Athrwys’, sein, da kein anderer König Meurig in Südwales aus dieser Zeit bekannt ist. Zu beachten ist, dass ‘Dyfed’ bisweilen allgemein für Südwales verwendet wurde, Glamorgan eingeschlossen, wie die Life of St Cadoc zeigt.
Dies würde bedeuten, dass Myrddins Vater Morfryn der Sohn von König Meurig war. Interessanterweise bezeichnet eine etwas spätere Aufzeichnung diesen Morfryn als ‘Madoc Morfryn’. Dies liefert einen Beleg dafür, dass Meurig einen Sohn namens Madoc hatte. Er wäre demnach ein Bruder des Athrwys gewesen.
Nach dieser Theorie war ‘Uthyr Pendragon’ ein Titel, den Meurig (und andere Angehörige dieser Dynastie) führte.
Wie dies Madoc als Artus’ Halbbruder stützt
Wie stützt dieser Befund den Schluss, dass Madoc der Halbbruder König Artus’ war? Wie oben festgestellt, wird Myrddin in einem walisischen Text als ‘aus dem Stamm der Meirchion’ beschrieben, wobei dieser Meirchion fast gewiss der Sohn Glywys’ ist. Einen anderen logischen Kandidaten gibt es nicht.
Wenn Myrddin jedoch der Sohn von Madoc Morfryn, dem Sohn Meurigs (das heißt Uthers, dieser Theorie zufolge), war, weshalb wird er dann als aus dem Stamm der Meirchion stammend bezeichnet? Interessanterweise gibt es starke Belege dafür, dass die legendäre Gestalt des Gorlois unmittelbar von Glywys abstammt. Siehe den Artikel War Gorlois, Herzog von Cornwall, eine reale Person?
Wenn dies zutrifft, ist es überaus bedeutsam, dass Myrddin als aus dem Stamm der Meirchion stammend beschrieben wird. Dies legt nahe, dass sein Vater ein enger Verwandter von Meirchion, dem Sohn Glywys’, war. Dies stützt den Schluss, dass Myrddins Vater, Madoc Morfryn, möglicherweise ein Sohn Glywys’ und somit der Bruder Meirchions war. So oder so müssen sie eng verwandt gewesen sein.
Mit anderen Worten: Wenn Myrddin der Sohn von Madoc Morfryn war, dem Sohn Meurigs (der dieser Theorie zufolge der historische Uther Pendragon ist), und Madoc ein Bruder Meirchions war, dann bedeutet dies, dass dieser Madoc in Wirklichkeit der Sohn von Glywys war, des ‘historischen’ Gorlois.
Zugegeben, die Erwähnung, Myrddin sei ‘aus dem Stamm der Meirchion’, ist vage. Sie erfordert nicht zwingend, dass Myrddins Vater der Bruder Meirchions war. Dennoch ist sie aufschlussreich.
Darüber hinaus ist es möglich, dass Madoc Morfryn mit einem gewissen ‘Mar’ oder ‘Mur’ gleichgesetzt werden kann, der in der Life of St Cadoc und in der Jesus College MS 20 als Sohn Glywys’ erscheint.
Trifft dies zu, dann würde es bedeuten, dass Madoc in der Tat der Halbbruder König Artus’ war, da er in Wirklichkeit der Sohn des historischen Gorlois war.
Artgal als Halbbruder des Athrwys
Die Theorie, dass Athrwys ap Meurig der historische König Artus war, stützt die Gleichsetzung von Artegall beziehungsweise Arthgal mit einem historischen Halbbruder Artus’ auch auf einem anderen Weg. Dies ergibt sich aus der Life of St Cadoc.
In den Urkunden, die am Ende jenes Dokuments erscheinen, findet sich die Aufzeichnung einer Landschenkung im Zusammenhang mit dem Tod zweier bedeutender Personen. Die Erzählung, die zu der Landschenkung führt, lautet:
„After an interval of time Euan Buurr slew two men, the sons of his sister, to wit, Atgan and Aidnerth. Wherefore came Cadog and Illtud, and they cursed Euan. Wherefore Euan being compelled came, and kings with him, to the presence of Cadog and Illtud, and confessed to them his crimes.“
Wie wir hier sehen, erschlug zur Zeit von Cadoc und Illtud ein Mann namens Euan Buurr zwei Söhne seiner Schwester, Männer mit Namen Atgan und Aidnerth. Wer diese Männer genau waren, wird nicht näher erläutert, doch die einzige Gestalt, die anderweitig mit einem Namen wie ‘Aidnerth’ aus dieser Zeit bezeugt ist, ist Idnerth. Er war ein Fürst des Königreichs, das über Glywysing und Gwent herrschte.

Dieser hohe Stand würde erklären, weshalb Könige an der Beilegung dieser Angelegenheit beteiligt waren. Die ermordeten Männer können keine gewöhnlichen oder unbedeutenden Personen ihrer Zeit gewesen sein. Dies stützt daher die Gleichsetzung des Aidnerth dieser Erzählung mit dem anderweitig bezeugten Idnerth, einem Fürsten aus dieser Zeit und Gegend.
Bemerkenswerterweise war Idnerth tatsächlich der Bruder des Athrwys. Als solcher erscheint er in der Life of St Oudoceus und in den Urkunden des Book of Llandaff.
Atgan als der historische Arthgal
Ist dies der Fall, dann würde es bedeuten, dass auch Atgan einer der Brüder des Athrwys war. Dies ist zwar nicht identisch mit dem Namen ‘Artegall’ oder ‘Arthgal’, doch verblüffend ähnlich.
Das Phänomen, dass einzelne Konsonanten aus einer Konsonantenverbindung von manchen Schreibern weggelassen wurden, ist im mittelalterlichen Wales gut bezeugt. So wird etwa der Name der Gestalt Briafael ap Llywarch in einer Aufzeichnung als ‘Binael’ überliefert, wobei das ‘Br’ zu einem bloßen ‘B’ reduziert wurde (und das ‘n’ ein Versehen für ein ‘u’ ist, das den ‘f’-Laut wiedergibt).
Ein weiteres Beispiel ist der Ortsname ‘Tribruit’, der in mindestens einer Aufzeichnung ohne das ‘T’ erscheint. Ein noch passenderes Beispiel ist Cynwal Carnwch, dessen Beiname in Culhwch and Olwen als ‘Canwch’ erscheint. Dort ist das ‘r’ vor dem ‘n’ in der Mitte des Beinamens weggefallen.
Wir begegnen demselben Phänomen sogar bei Arthgal selbst, dessen Name von Wace als ‘Algal’ und von Hardyng als ‘Argalle’ geschrieben wird. Es ist daher nichts unplausibel daran, ‘Atgan’ als Variante von ‘Arthgal’ anzunehmen, zumindest was den ersten Teil des Namens betrifft.
Der einzige auffällig seltsame Zug des Namens ist die Tatsache, dass er auf ‘n’ statt auf ‘l’ endet. Doch auch dafür gibt es Präzedenzfälle. In Geoffrey von Monmouths Historia Regum Britanniae heißt der Bruder von Urien und Lot Augusel. In den walisischen Texten erscheint dieser Bruder als ‘Arawn’.
Ein weiteres Beispiel ist Rhydderch Hael, dessen Beiname in der Historia Brittonum und in den Harleian-Genealogien als ‘Hen’ erscheint.
Madoc Arthgal im Book of Llandaff
Das Book of Llandaff scheint zusätzliche Belege für die Gleichsetzung von Madoc mit dem historischen Artegall beziehungsweise Arthgal zu liefern, und zugleich einen Mittelweg zwischen dem ‘Atgan’ der Life of St Cadoc und dem artussianischen ‘Arthgal’ zu bilden.
In einer der Urkunden aus der Zeit Meurigs, des Vaters des Athrwys, finden wir die Erwähnung eines gewissen ‘Matuc’. Dies ist eine Entsprechung des Namens von Madoc, König Artus’ Bruder. Der Name, der unmittelbar nach Matuc erscheint, ist ‘Arthcuman’. Ob dies Matucs zweiter Name oder ein völlig anderer Zeuge sein soll, ist unklar.
Bemerkenswerterweise geben einige Ausgaben des Book of Llandaff ihn als zweiten Namen von Matuc wieder. Trifft dies zu, dann hätten wir hier die Erwähnung eines gewissen Matuc Arthcuman als Zeitgenossen von Meurig und dessen Sohn Athrwys.
Die Tatsache, dass diese Gestalt denselben Namen wie Artus’ Bruder trägt und offenbar mit einem zweiten Namen verbunden ist, der Artegall beziehungsweise Arthgal ähnelt, ist äußerst interessant.
Das Verhältnis zwischen Arthcuman, Arthgal und Atgan
Die Verbindung zwischen den Namen ‘Arthcuman’ und ‘Arthgal’ wird deutlicher, wenn man berücksichtigt, dass viele Namen, die im Book of Llandaff ein ‘c’ enthalten, in anderen walisischen Texten mit ‘g’ erscheinen. So erscheint etwa ein König namens ‘Gurcan’ im Book of Llandaff anderswo als ‘Gwrgan’. Ein weiteres offensichtliches Beispiel ist die Entwicklung von Morcant zu Morgan.
‘Arthcuman’ hätte sich daher logischerweise – oder hätte dies zumindest gekonnt – zu ‘Arthguman’ entwickelt. Von dieser Form aus ist es ein leichtes, sowohl zu dem ‘Atgan’ der Life of St Cadoc als auch zu Geoffrey von Monmouths ‘Artgualchar’ zu gelangen.
Die Form ‘Atgan’, die in der Life of St Cadoc verwendet wird, ist offensichtlich bloß eine Kürzung und leichte Entstellung des Namens. Der erste Teil, ‘Art’, ist zu ‘At’ reduziert worden (im Einklang mit den oben betrachteten Beispielen), während der zweite Teil, ‘guman’, zu ‘gan’ verkürzt wurde. An dieser Variation ist nichts Ungewöhnliches oder Außergewöhnliches.
Was die Entwicklung von ‘Arthguman’ zu Geoffreys ‘Artgualchar’ betrifft, so war die Verwechslung des Buchstabens ‘n’ mit dem Buchstaben ‘r’ und umgekehrt unter mittelalterlichen Schreibern verbreitet. An der Wandlung des Endsilben-‘an’ zu ‘ar’ ist daher nichts Ungewöhnliches.
Der einzige wesentliche Unterschied ist somit die Entstellung des Buchstabens ‘m’ zu ‘lch’. Dies lässt sich einfach als Geoffreys eigenwilliger Fehler erklären, im Einklang mit vielen anderen seltsamen Fehlern und Abwandlungen, die er beging.
Matuc Arthcuman als der historische Madoc Arthgal
Zusammenfassend lässt sich die im Book of Llandaff als Zeitgenosse des Athrwys aufgezeichnete Gestalt ‘Matuc Arthcuman’ mit hoher Wahrscheinlichkeit als die historische Figur hinter der Gestalt des Madoc in den artussianischen Sagen deuten, ebenso wie hinter der Gestalt des Arthgal, Edmund Spensers Artegall.
Darüber hinaus erklärt das Verständnis von Madoc als Halbbruder Artus’ – entsprechend Spensers Figur des Artegall und angedeutet durch Myrddins Zugehörigkeit zum ‘Stamm der Meirchion’ –, weshalb diese Gestalt des Matuc Arthcuman nicht als einer der Hauptzeugen in der Urkunde erscheint, in der er genannt wird.
Er erscheint etwa in der Mitte der Zeugenliste, weit unter König Meurig und dessen Sohn Athrwys. Das Verständnis, dass er nur Meurigs Adoptivsohn und nicht dessen leiblicher Sohn war, würde erklären, weshalb diese Gestalt keine hervorgehobenere Position einnimmt.
Es erklärt auch, weshalb Geoffrey und die anderen artussianischen Quellen nie davon erwähnten, dass Arthgal ein Bruder König Artus’ war. Dies war offenkundig kein hervorgehobener Bestandteil der Tradition über ihn und wurde einzig von Edmund Spenser bewahrt.
Fazit
Zusammenfassend erscheint es sehr wahrscheinlich, dass Madoc, der Bruder König Artus’ aus der walisischen Tradition, mit Artegall gleichgesetzt werden kann, dem Halbbruder König Artus’ aus Edmund Spensers The Faerie Queene. Letztere Figur wiederum kann mit Arthgal gleichgesetzt werden, einer verhältnismäßig obskuren, aber offenbar durchaus bedeutsamen artussianischen Gestalt, die von mehreren Quellen vor Spenser erwähnt wird. Die Waliser selbst haben diese Gestalt offenbar mit Madoc gleichgesetzt.
Die Untersuchung der Belege legt nahe, dass sich beide Gestalten mit dem Matuc Arthcuman identifizieren lassen, der im Book of Llandaff erscheint, sowie mit dem Atgan, der in der Life of St Cadoc als Bruder von Aidnerth und somit als Bruder von Athrwys ap Meurig erscheint.
Quellen
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Bromwich, Rachel, Trioedd Ynys Prydein: The Triads of the Island of Britain, 2014
Jones, Nerys Anna, Arthur in Early Welsh Poetry, 2019
Howells, Caleb, King Arthur: The Man Who Conquered Europe, 2019
Rees, William J, The Liber Landavienses, 1840
Mason, Eugene, Wace: The “Arthurian” Portion of the Roman de Brut, 1999
Nohrnberg, James, The Analogy of the Faerie Queene, 1976
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Bruce, Christopher W, The Arthurian Name Dictionary, 1999
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https://www.maryjones.us/ctexts/cadog.html
https://www.luminarium.org/renascence-editions/queene3.pdf
https://metseditions.org/read/Q0KDmd6WslY8f7QwSaL3DHzrZR8ldwZ
https://archive.org/stream/graftonschronicl01grafuoft/graftonschronicl01grafuoft_djvu.txt







