Skylla
Das sechsköpfige Ungeheuer, das an der Straße von Messina lebte.
Skylla (Σκύλλη) war ursprünglich eine schöne Jungfrau, die von einem niederen Meergott namens Glaukos geliebt wurde. Die Zauberin Kirke war in Glaukos verliebt, doch der Meergott erwiderte ihre Liebe nicht. In eifersüchtiger Wut goss Kirke eines ihrer Tränke in das Gewässer, in dem Skylla normalerweise badete. Skylla wurde in ein Ungeheuer mit sechs langen Hälsen und den Köpfen hässlicher Hunde verwandelt.
Nach Hyginus wurde Skylla als Ungeheuer geboren. Sie war eine Nachkommin von Typhon.
Skyllas Lager befand sich auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge, wo ein gewaltiger Strudel, die Charybdis (Χάρυβδις), jedes vorbeisegelnde Schiff vollkommen vernichtete.
Sowohl Skylla als auch Charybdis zu entkommen, war praktisch unmöglich. Wenn das Schiff in die Nähe von Skylla segelte, würden Seeleute verloren gehen, doch zu nahe an Charybdis zu segeln würde das gesamte Schiff zerstören.
Dennoch gelang es den Argonauten, an Skylla und Charybdis vorbeizukommen, dank der Meeresgöttin Thetis. Ihr Mann Peleus war einer der Argonauten.
In der Odyssee verlor Odysseus beim ersten Durchqueren der Meerenge sechs seiner Männer an Skylla. Einen Monat später verlor Odysseus sein gesamtes Schiff und die Mannschaft, als die Götter starke Winde sandten, die sein Schiff zurück zur Meerenge trieben. Diesmal verschlang Charybdis sein Schiff. Odysseus war der einzige Überlebende.
Die christliche Redewendung “between the devil and the deep blue sea” spielte tatsächlich auf Skylla und Charybdis an und nahm ihren Ursprung in dieser Geschichte.
