Hero und Leander

Classical

Man nimmt an, dass diese Erzählung ursprünglich von einem hellenistischen Dichter in Alexandria verfasst wurde, doch das Original ist heute verloren. Die römischen Dichter des 1. Jahrhunderts v. Chr., Vergil und Ovid, gaben der Legende nur kurze Erwähnung. Erst im späten 5. Jahrhundert fand sie ihre vollständige Behandlung in dem griechischen Gedicht des Musaeus mit dem Titel Hero und Leander.

Der Legende nach verliebte sich ein junger Mann namens Leander (Λέανδρος) aus der Stadt Abydos in Mysien (Kleinasien) in eine Priesterin der Aphrodite namens Hero (Ἡρώ). Diese Priesterin jedoch, deren Name Hero war, lebte in Sestos auf der anderen Seite des Hellespont.

Hero und Leander waren fest entschlossen, sich jede Nacht zu treffen. Am Turm im Tempel der Aphrodite in Sestos zündete Hero eine Lampe an. Leander nutzte die Lampe als Leitfeuer, um durch den Hellespont zu schwimmen. So liebten sie einander jede Nacht, bevor Leander bei Tagesanbruch wieder nach Hause zurückschwimmen musste.

Diese Affäre dauerte an, bis zu einer verhängnisvollen Nacht. Es war nun Winter, und Wind und Wellen waren heftig. Dennoch stellte Hero wie üblich die Lampe in den Turm, während sie auf ihren Geliebten wartete. Leider blies der Wind die Flamme der Lampe aus.

Leander hatte bereits große Schwierigkeiten, den Hellespont zu durchqueren, wegen der starken Wellen. Als die Lampe erlosch, verlor der Liebende in der Dunkelheit die Orientierung und ertrank.

Als Hero den Leichnam ihres Geliebten an das Ufer gespült sah, war sie von tiefer Trauer erfüllt. Hero stürzte sich vom Turm in den Tod. Die Einheimischen fanden ihren Leib neben dem Leichnam Leanders.

Verwandte Informationen

Quellen

Hero und Leander (ca. 270 v. Chr.) war ein Gedicht von Kallimachos.

Georgica wurde von Vergil verfasst.

Heroides wurde von Ovid verfasst.

Hero und Leander (spätes 5. Jahrhundert n. Chr.) war ein Gedicht von Musaeus.

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Erstellt:22. Juni 2000

Geändert:22. April 2024