Mimirs Haupt

Norse

Es gab eine andere Überlieferung darüber, wie Odin Wissen von Mimir erlangte, doch diese Fassung ereignete sich unter anderen Umständen, die nichts mit dem Brunnen Mimirs zu tun hatten.

Nach dem Krieg gegen die Vanen tauschten die Asen und Vanen Geiseln aus, um den Frieden zu sichern. Mimir war einer der an die Vanen übergebenen Geiseln, ebenso wie Hönir (Vili), der Bruder Odins. Die Asen empfingen als Geiseln Njörd und Freyr, den Sohn Njörds. Zudem erhielten die Asen Kvasir, den weisesten Gott der Vanen. Siehe Skaldenmet, um über das Schicksal Kvasirs zu erfahren.

Hönir war ein stattlicher und edel aussehender Ase, doch nicht sonderlich klug. Jede Entscheidung Hönirs schien wohlbedacht, doch dies lag nur daran, dass Mimir ihn beriet. War Mimir jedoch abwesend, gab Hönir entweder seltsame Ratschläge in der Versammlung oder er erklärte, er wolle auf Mimirs Rückkehr warten.

Die Vanen hegten zunehmend Verdacht hinsichtlich Hönirs Intelligenz. Als sich ihre Vermutungen bestätigten, dass Hönir in Wahrheit nicht klug war, fühlten sich die Vanen betrogen. Sie waren dermaßen erzürnt, dass sie Mimir das Haupt abschlugen und es den Asen zurücksandten. Hönir ließen sie unversehrt, da er Odins Bruder war.

Odin bewahrte Mimirs abgetrenntes Haupt mit Kräutern, damit es nicht verwese. Es schien, dass Odin für jedes Wissen, das er zu erlangen wünschte, nur mit dem körperlosen Haupt zu sprechen brauchte. Oft holte Odin Rat bei Mimirs sprechendem Haupt.

Siehe auch den Krieg der Asen und Vanen für weitere Einzelheiten über Mimir.

Verwandte Informationen

Sources

Voluspa ("Der Weissagung der Seherin") und Sigrdrifumal ("Lied der Sigrdrifa") aus der Lieder-Edda.

Ynglinga Saga, verfasst von Snorri Sturluson.

Erstellt:10. Oktober 2000

Geändert:4. Juni 2024