Catullus 24 Übersetzung
Einleitung
In diesem Gedicht spricht Catullus zur Blüte des Juventius oder seiner Familie. Der Leser weiß nicht, ob die Blüte ein Mann oder eine Frau ist, aber diese Person ist offensichtlich jemand, der von Juventius umworben wird. Wenn der Name jedoch so geschrieben wird, wie er ist — Juventii — bezieht sich Catullus auf einen Familiennamen und nicht auf eine einzelne Person.
Die Blüte der Juventii könnte Juventius sein, einer von Catullus’ männlichen Geliebten. In Catullus’ Augen war Juventius ein schöner Mann, der seiner Liebe würdig war. In der ersten Zeile bezieht sich Catullus auf die Blüte der Familie. In den Versen zwei und drei teilt Catullus mit, dass diese Person die beste der Familie ist, gegenwärtig und zukünftig. Egal, wer später geboren wird, Catullus sagt, dass er es vorzieht, dass er seinen Reichtum dem Midas gibt, der weder Diener noch Geld hat, als von einem anderen Mann geliebt zu werden.
In Vers sieben spricht Catullus, als sei er Juventius, und fragt, ob der andere Mann gutaussehend ist. Catullus beantwortet die Frage mit einem entschiedenen Ja. Catullus sagt der Blüte dann, dass der andere Mann weder einen Diener noch Geld hat. In Vers neun sagt Catullus, dass die Blüte möglicherweise diese Armut des Mannes auf die leichte Schulter nimmt. In Vers 10 erinnert Catullus die Blüte daran, dass der Mann weder Diener noch Geld hat.
Im antiken Rom war der Besitz von Geld und Dienern wichtig — zumindest für Catullus. Da die Blüte der Juventius-Familie aus Geld kam, sollte sie sich nicht mit jemandem zufriedengeben, der weder Geld noch Diener hat. Als jemand, der Geld hat, betrachtet Catullus seinen Status als etwas Wertvolles — besonders für jemanden, den er liebt. Allerdings schreibt Catullus auch Gedichte, die zeigen, dass er in Armut lebt, doch seine Armut ist nicht finanzieller Natur. Seine Armut besteht darin, dass die Menschen die Liebe nicht erwidern, die er ihnen entgegenbringt.
Armut muss, wie Hunger und sexuelle Begierden, befriedigt werden. Für Catullus war das Verspüren sexueller Begierde wie Armut. Wenn die Begierde vorhanden war, war er verarmt. In Catullus 24 versucht der Dichter zu zeigen, wie ein anderer Mensch nicht das hat, was Juventius braucht. Also sollte der Mann sich woanders umsehen. Catullus sagt ihm, dass er es lieber sähe, wenn er seinen Reichtum jemandem gäbe, der bereits reich ist — wie Midas —, anstatt diesem anderen Mann, der keine Reichtümer besitzt. Leider weist dieses Gedicht nicht den spielerischen Ton auf, den viele seiner anderen haben. Stattdessen enthält es unnötige Wiederholungen über das Fehlen von Dienern und Geldkästen.
Carmen 24
| Zeile | Lateinischer Text | Deutsche Übersetzung |
|---|---|---|
| 1 | O qui flosculus es Iuuentiorum, | Du, der du die Blüte der Juventii bist, |
| 2 | non horum modo, sed quot aut fuerunt | nicht nur derer, die wir kennen, sondern aller, die entweder waren |
| 3 | aut posthac aliis erunt in annis, | oder in künftigen Jahren sein werden, |
| 4 | mallem diuitias Midae dedisses | ich hätte lieber, du hättest die Reichtümer des Midas |
| 5 | isti, cui neque seruus est neque arca, | diesem Kerl gegeben, der weder Diener noch Geldkasten hat, |
| 6 | quam sic te sineres ab illo amari. | als dich von ihm umwerben zu lassen. |
| 7 | ’qui? non est homo bellus?’ inquies. est: | “Wie? Ist er kein feiner Herr?” wirst du sagen. Doch, gewiss; |
| 8 | sed bello huic neque seruus est neque arca. | aber dieser feine Herr hat weder einen Diener noch einen Geldkasten. |
| 9 | hoc tu quam lubet abice eleuaque: | Du kannst dies beiseite legen und davon machen, was du willst: |
| 10 | nec seruum tamen ille habet neque arcam. | nichtsdestotrotz hat er weder einen Diener noch einen Geldkasten. |