Catullus 26 Übersetzung
Einleitung
Catull wendet sich in diesem Gedicht an Furius. Die genaue Beziehung zwischen Furius und Catull ist ungewiss, doch einige Gelehrte vertreten die Ansicht, dass Furius ein rivalisierender Dichter war, der möglicherweise eine Affäre mit Juventius hatte, einem von Catulls Geliebten. Catull nahm Furius in weitere Gedichte auf, und in zwei davon schrieb er über dessen Mittellosigkeit. Das vorliegende Gedicht gehört zu jenen, die Furius’ Geldmangel thematisieren.
Obwohl das Gedicht scheinbar an Furius gerichtet ist — sein Name steht als erstes Wort —, ist es tatsächlich so angelegt, dass Furius als Sprecher fungiert. Das Gedicht handelt von seinem Landgut und davon, wie ihm die finanziellen Mittel fehlen, es zu unterhalten. Catull hegt wenig Respekt für Männer, die ihr Land nicht finanziell zu versorgen vermögen; ähnliche Vorwürfe erhebt er gegenüber Mamurra, den er der Vernachlässigung seines Landbesitzes bezichtigt.
In diesem Gedicht schreibt Catull über Furius und ein Landgut. Dem Gedicht zufolge wird das Gut nicht von Winden aus allen vier Himmelsrichtungen geschädigt. Vielmehr wird es dadurch bedrängt, dass der Eigentümer 15.000 Sesterze zahlen muss. In der Schlusszeile erklärt Catull, das Gut sei einem Wind ausgesetzt, der Schrecken und Seuchen bringt.
Catull nutzt die Metapher des Windes, um zu beschreiben, wie Furius’ Heim durch seine Armut zugrunde gerichtet wird. Armut bringt Schrecken und Seuchen. Catull führte ein angenehmes Leben und war alles andere als zurückhaltend, wenn es darum ging, auf die finanzielle Notlage von Freunden oder Feinden hinzuweisen.
Diese kleinen, ausgearbeiteten Metaphern zeigen, wie sehr Catull darin erfahren war, Formulierungen zu drehen und literarische Stilmittel einzusetzen. Er hätte einfach sagen können, dass Furius arm sei, doch stattdessen nutzte er den Wind, um dessen Schwächen zu verdeutlichen. Manche Menschen geben Geld wie der Wind oder verschwenden es für Dinge, die nicht von Dauer sind — wie der Wind.
Carmen 26
| Zeile | Lateinischer Text | Deutsche Übersetzung |
|---|---|---|
| 1 | FVRI, uillula vestra non ad Austri | Furius, mein kleines Landgut steht offen |
| 2 | flatus opposita est neque ad Fauoni | nicht den Stürmen des Auster noch dem Favonius |
| 3 | nec saeui Boreae aut Apheliotae, | nicht dem wilden Boreas oder Apheliotes, |
| 4 | uerum ad milia quindecim et ducentos. | sondern einer Forderung von fünfzehntausend und zweihundert Sesterzen. |
| 5 | o uentum horribilem atque pestilentem! | Ein Wind, der Schrecken und Seuchen bringt! |